EIN RHEINER MORDS-FALL - KAPITEL 10

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TECHTELMECHTEL

Keine zehn Minuten verstrichen, stand die Feuerwehr Neuhausen beim Restaurant Park am Rheinfall und bekämpfte den brennenden Lastwagen auf dem Dach des Gebäudes. Hein und Pfammatter schauten dem Geschehen eine Weile zu und sammelten sich langsam wieder. Der Adrenalinpegel sank allmählich. Hein schaute Pfammatter an und meinte: «Alles gut, geht es wieder? Tut mir leid um deinen Tesla.» Pfammatter nickte stumm. «Wollte sowieso einen neuen», grinste sie und weiter: «Jetzt auf Staatskosten.» Sie grinste und wurde sofort wieder ernst. «Was war das?», fragte sie und blickte dabei auf den Rheinfall. «Da scheint wohl einer mächtig sauer auf uns zu sein», entgegnete Hein und liess den Blick ebenfalls am Wasserfall kleben. Er kickte mit dem Fuss ein paar Steine zur Seite. «Die Forensik wird gefordert sein, die Identität des Fahrers herauszufinden.» «Reto», Fabienne Pfammatter drehte sich zu ihrem Kollegen und fuhr fort: «Was war das bei der Kieswerk Tussi? Hä?» Sie wurde giftig. Hein wurde rot im Gesicht. Ja, er konnte es gegenüber sich selber nicht verleugnen, dass Sabine Hugentobler ihn ziemlich aus der Fassung gebracht hatte. «Sorry», stammelte Reto Hein. «Sorry?» schrie ihn Fabienne an. «Sorry? Verdammt noch mal. Wir haben drei prominente Schaffhauser Tote innerhalb weniger Tage. Jetzt wären wir fast Nummer vier und fünf geworden und der Herr weiss nichts Besseres als mit einer Verdächtigen zu flirten.» Sie war ausser sich. Hein wurde immer verlegener und schwieg. Er schaute beschämt zu Boden. «Tut mir leid», stammelte er und sie setzte noch ein: «Verdammt nochmal Hein. Das war sowas von unprofessionell» hinterher. Dann viel die ganze Anspannung von ihr ab wie ein schwerer Stein und sie begann zu weinen. «Nicht doch», sagte Reto. Er ging auf sie zu und umarmte sie. Sie wehrte sich zuerst und schlug mit beiden Fäusten auf ihn ein. «Du bist so ein Idiot», wimmerte sie mit weinerlicher Stimme und liess die Umarmung dann doch zu. Der Stress viel von ihr ab. Sie bekam weiche Knie und setzte sich auf einen Stein. Die herbeigeeilten Sanitäter kamen auf sie zu, legten eine Decke um sie und begleiteten Fabienne Pfammatter zum Rettungswagen. «Ruh dich aus», sagte Hein während er sie zur Ambulanz begleitete. «Ich fühle mal ein paar Leuten den Puls.» Er warf ihr zum Abschied eine Kusshand zu und liess sich von einer Polizeistreife zu seinem Landrover fahren.

 

Sabine Hugentobler trommelte mit ihren rot lackierten Fingernägeln nervös auf die Tischplatte ihres Schreibtisches im Büro des Kieswerks in Wilchingen. Immer wieder versuchte sie Nummer elf auf seinem Handy zu erreichen. Immer wieder der Anrufbeantworter. «Hallo, hier ist Max Schweizer, Schaffhauser Asphalt AG, leider kann ich ihren Anruf zurzeit nicht persönlich beantworten. Bitte hinterlassen sie mir nach dem Signalton ihre Nachricht unter Angabe von Name und Telefonnummer. Ich rufe schnellstmöglich zurück.» Der Signalton kam. «Max», zischte Sabine Hugentobler ins Telefon, «melde dich endlich.» Bereits zuvor hatte sie ihm drei Nachrichten hinterlassen. Doch Schweizers Handy blieb stumm. Sie bestellte bei ihrer Sekretärin einen Kaffee und zog ihre schwarzen Christian Louboutin Stilettos aus und lief nun barfuss im Büro auf und ab. «Ruhig Blut Sabine», sagte sie zu sich selbst und fächerte sich mit einem Stück Karton Luft zu. Sie versuchte sich zu konzentrieren und sprach wieder zu sich selbst: «Alles gut, alles ist gut gegangen. Wir haben das Problem beseitigt.» Sie setzte sich wieder an ihren Schreibtisch und prüfte ihren Email Posteingang und fing an diese zu beantworten. Sie musste sich ablenken.

 

Reto Hein sass zwischenzeitlich in seinem Land Rover Defender und war unterwegs zum Kieswerk. Er wollte Sabine Hugentobler zur Rede stellen. Warum ausgerechnet kurz nach dem Besuch von Fabienne und ihm verfolgte sie der Renntruck. Woher wusste der Fahrer wo und vor allem wann sie sich auf der Strasse zurück nach Schaffhausen waren. Er erhoffte sich Antworten um endlich in dem Fall weiter zu kommen. Denn der Druck seines Vorgesetzten und auch der Öffentlichkeit nahm von Stunde zu Stunde zu. Sein Chef hatte ihn kurz zuvor angerufen und ihm dies höchstpersönlich mitgeteilt. «Scheisse», fluchte Hein laut vor sich hin. Zwischenzeitlich kam er beim Kieswerk an. Er parkte vor dem Bürogebäude. Stieg aus und ging schnurstracks auf den Eingang zu. Energisch trat er ein, ging zum Empfang. «Frau Hugentobler scheint ihrem Auto nach noch hier zu sein. Kann ich?» sagte er zu der Dame am Empfang und deutete auf die Bürotüre. Die Dame nickte. Hein ging geradewegs darauf zu.

 

Pfammatter wollte nicht mit dem Rettungswagen mitfahren. Sie liess sich stattdessen von Kollegen nach Hause fahren und stand erstmal unter die Dusche. Sie setzte sich anschliessend aufs Sofa, trank einen Kaffee und liess ihre nassen Haare lufttrocknen. Dabei liess sie ihre Gedanken schweifen und spielte vor ihrem geistigen Auge nochmals den Film der Erlebnisse vom Besuch bis zum Unfall des Renntrucks ablaufen. Sie versuchte sich krampfhaft in dem Puzzle von Erinnerungen an etwas Greifbares zu erinnern. Sie versetzte sich selber über eine Meditationsübung in eine Art Trance ähnlichem Zustand und konzentrierte sich auf die aufblitzenden Bilder. Mehrmals hatte sie das Gesicht des Fahrers im Seitenspiegel sehen können. Mit Mindmapping Methoden und einer Art Selbsthypnose versuchte sie sich an das Gesicht zu erinnern. Es dauerte nicht lange und sie schoss aus ihrem Zustand auf, begab sich zu ihrem Computer am Fenster mit Blick auf den Munot und öffnete den Webbrowser. Sie tippte den Suchbegriff «Strassenbau Kanton Schaffhausen» bei Google in die Suchmaschine und nur ein paar Wimpernschläge später erschien ihr das Resultat. Sie klickte auf Bilder und scrollte ein bisschen hin und her. Plötzlich blieb der Mauszeiger auf einem Bild stehen. Sie klickte darauf. Das Bild wurde grösser. Sie klickte erneute und öffnete die damit verknüpfte Webseite. Da stand es: «Willkommen bei der Schaffhauser Asphalt AG. Wenn es aus gutem Grund sein soll.» Sie klickte auf «Unternehmen» und weiter auf «Geschäftsleitung». Und da war das Bild. «Ja, klar, das ist er. Max Schweizer.» Sie griff zum iPhone und wählte Heins Nummer.

 

Hein hob gerade die Hand um an die Bürotür zu klopfen, als sein Handy klingelte. «FABIENNE» stand im Display zusammen mit ihrem Konterfei. Er wischte mit dem Finger über den Bildschirm und nahm den Anruf an und trat einen Schritt zurück. «Ja Fabienne», sagte Hein in ruhigem Ton. «Reto, der Fahrer des Trucks war Max Schweizer von der Schaffhauser Asphalt AG», sagte sie aufgeregt ins Telefon auf der anderen Seite. «Bist du dir sicher?», fragte Hein. «Zu einhundert Prozent», entgegnete sie. «Okay, danke dir. Ciao.» Er legte auf. Hob erneut die Hand und klopfte an die Türe. «Herein!». Er öffnete die Türe und Sabine Hugentobler kam auf ihn zu. Sie wirkte merklich überrascht, versuchte dies aber zu überspielen. Da sie ihre hohen Stilettos nicht trug merkte Reto Hein erst, wie klein sie war. Sie streckte ihm die Hand entgegen: «Sabine, schön, dass du schon wieder hier bist.» Hein war derartig perplex, dass er keinen Ton rausbrachte, brav die Hand der hübschen Kieswerkchefin schüttelte und etwas perplex in ihrem Büro stand. «Setz dich», sagte sie und zeigte mit der linken Hand auf das schwarze Ledersofa in ihrem grossen Büro. Sie schloss die Türe und drehte den Schlüssel. Dies ging nicht unbemerkt an Reto vorbei. Doch er beobachtete nur und war fasziniert von ihrem Anblick. Sie setzte sich neben ihn. Er schluckte und merkte wie sein Verstand von ihm wich. Sie betörte ihn. Sie schauten sich tief in die Augen. Etwas magisches umgab die Beiden. Und es kam was kommen musste. Sabine Hugentobler und Reto Hein folgten ihren Instinkten und liessen ihrer Leidenschaft freien Lauf.

Leidenschaft mit Folgen? Sabine Hugentobler und Reto Hein lassen sich auf ein Techtelmechtel ein…

EIN RHEINFALL-KRIMI IN STÜCKEN UND ANDEREN KÖRPERTEILEN

MORDEN IM NORDEN DER SCHWEIZ

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